Aktuelles
Wertschöpfung auf Norwegisch: Unternehmensbotschaft „Vielfalt“- zugestellt von posten.no
„Die Unternehmensgruppe soll einen attraktiven Arbeitsplatz in einer diversen und inklusiven Umgebung, geprägt durch ein Klima von Aufrichtigkeit, Respekt, Zusammenarbeit, Offenheit und Zivilcourage, darstellen."
Absender und gleichzeitig Empfänger dieser Botschaft ist die Norwegische Post, die auf ihrer Website unter dem Stichpunkt „Soziale Verantwortung“ die Themen Umwelt, Arbeitssicherheit und Integration proklamiert. Dass das Logistikunternehmen nicht nur mit Corporate Social Responsibility wirbt, sondern diese auch praktiziert, wissen wir für das Themenfeld Integration von unseren norwegischen Kollegen der Stiftung Mangfold i Arbeidslivet , die Norwegisch-Kurse für Migrant_innen im Auftrag der Personalentwicklung von Posten durchgeführt haben.
Das Norwegisch am Arbeitsplatz-Kursprogramm, das von den Personalverantwortlichen sehr gefördert und vielfältig unterstützt wird - so wird u. a. regelmäßig in der Firmenzeitung und den Unternehmensnewslettern darüber berichtet - enthält Lerninhalte, die sowohl die Bedarfe und Anforderungen durch den Betrieb widerspiegeln als auch auf die spezifischen Lerninteressen der Teilnehmenden eingehen. So wird beispielsweise die Arbeitssicherheitsbeauftragte in den Unterricht eingeladen und mit Fragen bestürmt, aber es werden auch die Grundelemente von Bewerbungsschreiben behandelt. Neben weiteren Schreib- und Leseübungen wird auch norwegische Phonetik trainiert, um Kommunikation mit Hilfe von speziellen Übungen zum Training der Gesichtsmuskeln zu optimieren. Nach Auskunft des Kursleiters bereitet dies den Teilnehmenden große Mühe aber auch großen Spaß.
Norwegisch-Sprachkurse sind ein integraler Bestandteil der Integrationsinitiativen, die Posten Norge ergriffen hat. Folgende Motive leiten Posten Norge nach eigenen Angaben dabei :„Norwegen Posts spezifisches Ziel ist es, von den Chancen und Potentialen einer vielfältigen Belegschaft, die sich durch erfolgreiche Integration auszeichnet, zu profitieren.“ Um dieses Ziel zu erreichen, erhält jede Stellenausschreibung folgenden Zusatz:"NorwayPost unterstützt Vielfalt und will die Vielfalt der heutigen Gesellschaft im Unternehmen widerspiegeln. Wir ermutigen daher qualifizierte Personen sich unabhängig von Alter, Geschlecht, Behinderung oder kulturellen Hintergrund zu bewerben.“
Das Post und Logistikunternehmen, das nach eigener Auskunft über 20.000 Mitarbeitende in Norwegen und Skandinavien beschäftigt, scheint sich also der Inklusion als Leitlinie und Grundwert verschrieben zu haben und verfolgt damit auch Werte jenseits von kurzfristiger Gewinnmaximierung. Hier geht es zur norwegischen Version der „Charta der Vielfalt“, die nicht nur unterschrieben wurde, sondern auch mit handfesten Maßnahmen umgesetzt wird.
An - und Ungelernte im Betrieb qualifiziert qualifizieren
Das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) in Nürnberg hat ein ressourcenreiches Portal zum Thema „Qualifizieren im Betrieb“ erarbeitet und im Netz zur Verfügung gestellt. Dort stehen umfassende Informationen und nützliche Handreichungen für die Qualifizierung An- und Ungelernter bereit.
Das Spezialportal ist ein abgegrenzter und thematisch bewusst ausgeliederter Teil der weitgefächerten Gesamtwebsite des Forschungsinstituts und wendet sich vor allem an Klein- und mittelständische Unternehmen, an die Mitarbeiter der Argen bzw. Jobcenter und die Bildungsdienstleister, die mit der Durchführung innerbetriebliche Qualifizierung für An- und Ungelernte befasst sind bzw. eine solche planen.
Es werden Schritt für Schritt Möglichkeiten aufgezeigt, wie Qualifizierungsprozesse gestaltet werden können: In allen den Prozess begleitenden Fragen bietet das Portal praxisnahe Hinweise und Informationen an. So wird beispielsweise darauf eingegangen, wie man den Qualifizierungsbedarf im Unternehmen ermittelt, wie die Qualifizierung geplant und umgesetzt wird, wie man dafür die richtigen Partner aussucht, wie das betriebsnahe Lernen konkret aussieht und wie die erworbenen Qualifikationen schließlich geprüft und dokumentiert werden. Darüber hinaus werden auch Hinweise zu der Anforderung „Kompetent beraten“ gegeben, da gerade klein –und mittelständische Unternehmen selten über eine Personalentwicklung verfügen und die Bildungsdienstleister beim Agieren im betrieblichen Feld auch vor starken beraterischen Herausforderungen stehen.
Nachschlagen macht klüger?
Das neue UTB Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung ist ein Kooperationsprojekt des DIE, des Klinkhardt Verlags und der UTB GmbH. 300 Begriffe, Konzepte und Theorien aus verschiedenen Themenfeldern - etwa Methodik & Didaktik oder Geschichte - der Erwachsenenbildung lassen sich dort nachschlagen. Verschiedene einschlägige Autor_innen haben für das Wörterbuch definiert und erläutert. Etliche Einträge sind darüber hinaus miteinander verlinkt, sodass Zusammenhänge zwischen einzelnen Begrifflichkeiten anschaulich werden. Bei Installation eines kostenlosen Widgets wird der komplette Buchtext des 2010 in zweiter Auflage erschienenen UTB-Wörterbuchs mit Volltextsuche und Druckfunktion zugänglich.
Dass Zweitsprachenunterricht im Allgemeinen nicht zur Erwachsenenbildung zählt,
bildet sich jedoch auch im UTB Online-Wörterbuch ab: So lassen sich zum Beispiel für den DaZ-Unterricht einschlägige Konzepte wie Binnendifferenzierung, zyklische Progression, Fossilisierung oder auch kommunikativer Unterricht im UTB-Glossar nicht auffinden. Hier stellt sich die Frage, welche Bildung und welche Zielgruppen von der „Erwachsenenbildung“ ein- bzw. ausgeschlossen werden.
Wer gleich nachschlagen möchte, findet hier das Wörterbuch.
(Ver)Surfen auf Deutschlern.net
Deutschlern.net richtet sich zwar in erster Linie an Lernende und Lehrende von Deutsch als Fremdsprache, ist aber für den Zweitsprachenunterricht gut adaptierbar: Hier lassen sich für Deutschlernende mit verschiedenen Vorkenntnissen Aufgaben und Übungen finden, die meist auf aktuelle Themen (Shell-Jugenstudie, Fußballeuropameisterschaft) aufbauen. Ein schönes Bonbon für die Weihnachtszeit ist der musikalische Adventskalender, auf dem sich für jeden Tag ein You-Tube „Türchen“ öffnen lässt, hinter dem sich ein Musikstück und eine dazu passende Hörverstehensübung versteckt. Ebenfalls ein Highlight ist das auf der Website enthaltene Online-Vokabelheft, in das Lerner_innen Wörter eingeben und nach Wortart, Tempora, Wortfeldern etc. speichern können.
Fazit: Von Deutschlehrer_innen kann Deutschlern.net als Fundgrube genutzt werden. Die Seite enthält viele innovative Anregungen, darunter auch ein Tutorial für einen Web 2.0 basierten Kurs. Für Computer-literate und eher fortgeschrittene Lerner_innen, die gern spielerisch Aufgaben lösen, liefert Deutschlern.net wiederum ein breites Übungsfeld. Allerdings birgt die Fundgrube auch kleinere Fallstricke: Man verliert sich doch relativ leicht im Dschungel der Angebote. Die Autor_in hat jedenfalls lange versucht, ihre Lieblingshörverstehensübung wiederzufinden: Nach dem Aufspüren des You Tube Videos mit elektronischer Songtextzuordnung musste sie feststellen, dass auch sie als Muttersprachler_in – selbst beim zweiten Anlauf - nicht alle Zuordnungen von Textzeilen auf Anhieb richtig vornimmt.
Für die, die sich jetzt erst recht versuchen wollen, geht’s hier zu Deutschlern.net.
Kurz vor Herausgabe unseres Newsletters haben wir leider erfahren, dass Joachim Quandt, der die Website erstellt und betreut hat, eine neue Stelle antritt. Somit steht die Lernplattform mit ihren jetzigen Inhalten zwar weiter zur Verfügung, jedoch werden zunächst keine neuen Angebote hinzukommen. Wer das Waisenkind adoptieren möchte, wende sich bitte an den Webmaster!
Transnationales ExpertInnenforum Sprache und Migration
Im April 2006 fand in Wien das erste Treffen des transnationalen ExpertInnenforum „Sprache und Migration“ statt. Es definiert sich als unabhängiges Gremium von Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis aus den Bereichen Migration, Deutsch als Zweitsprache und Integrationsförderung in den Ländern Deutschland, Österreich, Schweiz und Südtirol. Ziel des Forums ist die Vernetzung zur Förderung des länderübergreifenden fachlichen Diskurses sowie die fachliche Stellungnahme zu verschiedenen übergreifenden Aspekten der Migration und Integrationsförderung.
Das Gremium trifft sich zweimal im Jahr, jeweils abwechselnd in den einzelnen Ländern. Hier findet neben dem Austausch über die aktuellen Entwicklungen in den einzelnen Ländern auch ein fachlicher Austausch zu einem bestimmten Thema statt. Als Ergebnis der Treffen werden nach Bedarf Stellungnahmen zu aktuellen fachlichen Fragestellungen und zu den Entwicklungen im Umfeld von Deutsch als Zweitsprache erarbeitet und auf der Website spracheundmigration.eu veröffentlicht. Bisher liegen Stellungnahmen zu den folgenden Themen vor:
- Für eine ressourcenorientierte Integration statt verpflichtender Nachweise von Sprachkenntnissen
(http://spracheundmigration.eu/treffen/2010/9-treffen-wien)
- Familiennachzug unterstützen - Situation in Deutschland (http://spracheundmigration.eu/treffen/2009/8-treffen-oberbozen)
- Förderung von Chancengleichheit in Bildungsprozessen (http://spracheundmigration.eu/treffen/2008/6-treffen-frankfurt)
- Kompetente Lehrkräfte zur Förderung und Unterstützung der Integration
(http://spracheundmigration.eu/treffen/2007/4-treffen-goldrain)
- Förderung des Sprachenlernens statt Selektion durch Prüfen
http://spracheundmigration.eu/treffen/2007/3-treffen-zuerich
- Kräfte aus Praxis und Theorie bündeln
http://spracheundmigration.eu/treffen/2006/2-treffen-ludwigshafen
- Integration gelingt nicht mit Zwang und Sanktionen
http://spracheundmigration.eu/treffen/2006/1-treffen
Forum für DaZ-Honorarkräfte
Das DaZ-Netzwerk NRW versteht sich als unabhängige Informations- und Interessensvertretung für alle als Honorarkraft tätigen DaZ-Lehrenden in Nordrhein-Westfalen. Ziel des Bündnisses ist es, den Dozent_innen in den staatlich organisierten Deutschkursen eine geschützte Plattform zum Austausch und zur Solidarisierung zu bieten, um gegenüber dem Staat und anderen Auftraggebern für eine angemessene Entlohnung und für soziale Absicherung einzutreten.
Auf der Website des DaZ-Netzwerks NRW gibt es jetzt ein Diskussionsforum, das der Vernetzung und Kommunikation aller Interessierten auch bundesweit dienen soll. Das DaZ-Netzwerk hat im April eine Resolution verabschiedet, in der eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen aller DaZ-Lehrkräfte gefordert wird, die als Honorarkräfte tätig sind.
Surfen lohnt sich: www.migration-boell.de
Unter den Rubriken Migration, Integration und Diversity findet sich auf der Website Migration der Heinrich-Böll-Stiftung eine breite Darstellung und Diskussion von migrationspolitischen Themen. Hier wird analysiert, kritisch diskutiert, aber auch gelungene Praxisbeispiele werden dargestellt. Selbstverständlich sind hier auch Migrant_innen Autor_innen.
Fragestellungen zu Migration und Arbeitsmarkt stellen auf der Site eine Facette des breiten Spektrums dar. Den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf die Situation von Migrant_innen in Betrieben geht Juan Proll vom DGB Bildungswerk im Rahmen eines Aufsatzes in der Rubrik Integration kritisch nach. Auf der Unterseite „Migranten auf dem Arbeitsmarkt“ wird die OECD Studie zu diesem Thema vorgestellt; aus der Studie geht unter anderem hervor hervor, in welchen Sektoren Migrant_innen in Deutschland hauptsächlich arbeiten, wo Probleme bei der Arbeitsmarktintegration bestehen und welche Empfehlungen zur Arbeitsmarktintegration sich aus den Erfahrungen anderer OECD-Länder für Deutschland ableiten lassen. Auch berufsbezogene Sprachtrainings finden hier Berücksichtigung.
Unter Diversity finden sich u. a. verschiedene Aufsätze zu Lücken und Potenzialen des AGG. Wie (wenig) erfolgreich die Arbeitsagentur Diversity als Querschnittsaufgabe umsetzt wird und wie dort eine kompetenzorientierte Beratung und Zuweisung aussehen könnte, wird in einem zugehörigen Dossier erläutert. Dies sind nur einige wenige Beispiele von den vielen, die sich auf den genannten Seiten finden. Am inhaltlichen Input kann sich der/die geneigte Surfer_in über die Mailinglisten aktiv beteiligen.
Wer Interesse hat, klickt sich hier zu http://www.migration-boell.de/




