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Politikberatung zum Handlungsfeld Berufsbezogenes Deutsch: Die IQ-Empfehlungen

Das Netzwerk IQ schlägt in seinem Positionspapier im Oktober 2009 einen „Pakt für Integration und Arbeitsmarkt“ vor. Aufgabe dieses Pakts ist die Umsetzung verschiedener Handlungsempfehlungen, die auf Ansätzen und Erfahrungen aus der fünfjährigen Entwicklungs- und Transferarbeit des bundesweiten Netzwerks beruhen.

Eine Auswahl dieser Empfehlungen wurde seitens des Netzwerks IQ im März 2010 in Berlin im Rahmen von zwei „Integrationspolitischen Fachgesprächen“ Vertreterinnen und Vertretern aus verschiedenen Bundesministerien vorgestellt und in Bezug auf die notwendigen Umsetzungsschritte diskutiert.

Folgende Empfehlungen spiegeln die gegenwärtige Fachdiskussion im Handlungsfeld Berufsbezogenes Deutsch wieder:

 

Verankerung von Berufsbezogenem Deutschunterricht

  1. in SGB II und III: Berufsbezogener Deutschunterricht für Personen mit Migrationshintergrund sollte im SGB II und III ausdrücklich als berufliche Weiterbildung und Mittel der Personalentwicklung benannt werden. Berufsbezogene Sprachförderung muss als Element der berufl ichen Weiterbildung integrierter Teil der regelhaften arbeitsmarktpolitischen Instrumente sein und sollte nicht länger als „Lücke im System“ aus Mitteln des ESF finanziert werden. Sie könnte im Rahmen von Weiterbildungsbegleitenden Hilfen (WbH) als fakultatives Angebot für Personen mit Migrationshintergrund installiert werden.
  2. als Instrument der Personalentwicklung:Berufsbezogener Deutschunterricht ist als Instrument der Personalentwicklung unerlässlich, um alle Beschäftigten an betrieblichen Kommunikationsprozessen und an beruflicher Weiterqualifizierung teilhaben zu lassen. Programme zur innerbetrieblichen Weiterbildung wie WeGebAU, das ESF-BAMF-Programm sowie Qualifizierung und Kurzarbeit sollten bedarfsorientiert und – vor allem im Interesse der Betriebe – unbürokratisch umgesetzt werden. Dabei müssen die Qualitätskriterien für den berufsbezogenen Sprachunterricht berücksichtigt werden.

Neue Testformate entwickeln

 

Für die Verfahren zur Sprachstandsfeststellung im Rahmen des SGB II und der Bundesagentur für Arbeit ist die Entwicklung neuer Testformate notwendig – entsprechend dem vorher beschriebenen Rechtsanspruch auf migrationssensible Beratung und Information. Dadurch könnten die für den Arbeitsmarkt relevanten kommunikativen Fertigkeiten vor dem Hintergrund der jeweiligen Lernbiografien fachkompetent erhoben werden und zielgerichtete Zuweisungen erfolgen, ggf. auch durch Vergabe an Dritte.

 

Qualitätssicherung der Angebote

 

Zur Qualitätssicherung der Kursangebote ist es dringend geboten, programmbegleitende Fortbildungen und Beratungsangebote für Akteure des Arbeitsmarktes und der Beruflichen Bildung vorzuhalten. Im Handlungsfeld Berufsbezogenes Deutsch wurden im Netzwerk IQ bereits diverse Fortbildungsformate entwickelt und erprobt. Sie stehen für bundesweite Angebotsstrukturen, wie z. B. im Rahmen des ESF-BAMF-Programms, zur Verfügung. Es gilt hier, eine Bereitstellung von Mitteln aus dem ESF-BAMF-Programm für die Erprobung zu prüfen. 

 

Zum IQ-Positionspapier „Pakt für Integration und Arbeitsmarkt“

 

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